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©2007/12 by Tanja Strick

 

Das Feuerwehrhaus


Heute heißt es Feuerwehrgerätehaus und im Volksmund das Spritzenhäuschen. Im Laufe der Zeit hat sich auch das Erscheinungsbild der Feuerwehrhäuser erheblich verändert. So boten sie
damals noch keinem Feuerwehrfahrzeug mit heutiger Dimension Platz. Auch ein Lehr- und
Aufenthaltsraum samt WC suchte man vergeblich. Es war, wie der Name sagt, das Häuschen
für den Spritzenwagen. Nicht mehr und nicht weniger. Das wohl erste Feuerwehrhaus in Bürvenich war zur Gründerzeit 1901 ein Geräteschuppen, der sich im Innenhof der Familie Heinrich Zander (St e p h a n u s s t r aße 1 0 7 ) befand. Der Unterstellplatz diente den Feuerwehrkameraden bis 1920..
In Bürvenich ist außer dem heute genutzten Haus noch ein Feuerwehrhaus aus früheren Jahren zu sehen. Es befindet sich an der Stephanusstraße Nr.55 in Höhe der Pastorat und Kirche. Es wurde 1920 von der katholischen Kirchengemeinde Bürvenich angepachtet und diente der
Freiwilligen Feuerwehr bis zur kommunalen Neugliederung 1972 und noch darüber hinaus bis 1974 als Feuerwehrhaus.


Als 1961 unsere Feuerwehr aufgrund ihrer Mitwirkung in der 15. LS - Feuerwehrbereitschaft des zivilen Bevölkerungsschutzes ( Z B ) ein neues Tanklöschfahrzeug ( TLF 8 Unimog ) bekam, und dieses nun nicht mehr in das kirchliche Gerätehaus passte, wurde es bis 1972 in der sich direkt an der Stephanusstraße befindlichen Garage des Landwirtes und Oberfeuerwehrmannes Jakob Cremer privat untergestellt.

Garage vom OBM Jakob Cremer

Mit dem Bau unseres heutigen Feuerwehrgerätehaus wurde 1973 begonnen; 1974 erfolgte Fertigstellung und Einzug. Mi t einem Großtei l an Eigenleistung wurde dann auch 1987 - 1989 die Fahrzeughalle und der Umkleideraum erweitert.




Gerätehaus seit 1974

Einwohner von Bürvenich und Eppenich werden an dieser Stelle vielleicht die Erwähnung eines
dritten Hauses vermissen. Das Spritzenhäuschen an der Stephanusstraße, neben Hausnummer 104, im Mitteldorf, hatte jedoch nie als Feuerwehrhaus gedient. Es war viel mehr eine Art
Dorfgefängnis in das abends herumstreunende Schwerenöter gesperrt wurden, um am nächsten
Morgen, ohne der Bevölkerung geschadet zu haben, in die Freiheit entlassen zu werden.

Im Volksmund aber wurde auch diese karge Behausung, bestückt mit ein paar Pritschen, Spritzenhäuschen genannt.

Atemschutzgeräte

Die Reaktion „Ich werde müde, hier ist Sauerstoffmangel“ bleibt aus. Atemgifte sind in der Luft
befindliche Fremdkörper, die durch die Atemwege in den Körper gelangen. Sie können
vorkommen als Gase, Nebel, Dämpfe oder Stäube, die den menschlichen Organismus
schädigen. Um Feuerwehrleuten die Auf rechterhal tung ihrer Atmung in gesundheits- schädigender Umgebungsluft zu ermöglichen, gibtes Atemschutzgeräte. Auf dem Fahrzeug der
Löschgruppe Bürvenich sind vier Atemschutzgeräte verlastet. Es sind umluftunabhängige
Behältergeräte (Preßluftatmer). Sie sind so konstruiert und gebaut, das sie dem Benutzer eine dem Bedarfentsprechende Atmung aus einer Druckluftflasche über einen Druckminderer und einen Lungenautomaten (atemgesteuerte Dosiereinrichtung), die mit einer Vollmaske verbunden ist, ermöglicht. Der Bedarf an Atemluft richtet sich nach der Belastung eines 'Menschen. In der Ruhe benötigt man 8-10 Liter, bei mäßiger Arbeit 15-30 Liter und bei starker Anstrengung etwa 40-80 Liter pro Minute. Atemschutzgeräte dürfen jedoch nur Feuerwehrleute tragen, die einen entsprechenden Lehrgang erfolgreich besucht haben. Doch auch nach dieser Prüfung werden noch weitere Anforderungen zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer an den Atemschutzgeräteträger (AGT) gestellt. Anforderungen an den AGT:
- Mindestalter 18 Jahre
- nach Möglichkeit nicht über 50 Jahren
- Tauglichkeitsuntersuchung nach G26 vom Amtsarzt ( Wiederholung alle 3 Jahre )
- Feuerwehrgrundausbildung, Ausbildung zum AGT
- Wiederholungsübungen (min 1x im Jahr)
- körperliche Leistungsfähigkeit
- kein Bart im Bereich des Dichtrahmens der Maske
- Disziplin, Zuverlässigkeit, Zusammenarbeit
- kein Einsatz bei Krankheit, Alkohol - bzw. Medikamenteneinfluß oder sonstige Einschränkungen der Leistungsfähigkeit.

Weiterhin gibt es aber auch viele Eisatzgrundsätze für den Atemschutzgeräteträger. Zum Beispiel muß er vor dem Einsatz sein Gerät überprüfen, es darf nur Truppweise vorgegangen
werden, also niemals alleine. Es muß ein Rettungstrupp bereitstehen, eine Sicherung durch eine Feuerwehrleine oder einen Schlauch muß gegeben sein, und so weiter. Diese Verhaltensregeln und das Wissen der Einzelnen muß ständig geübt und vertieft werden, um ein richtiges Verhalten im Ernstfall zu ermöglichen. Die bei den Lehrgängen, Untersuchungen, Wiederholungsübungen und sonstigen Übungen vom Einzelnen Feuerwehrmann aufgebrachte Zeit kommt der Allgemeinheit im Notfall zu gute.
Zur Zeit gehören der
Löschgruppe Bürvenich 15 Atemschutzgeräteträger an.
Heinz Josef Berg
Rene Birkenbusch
Richard Cremer
Ludwig Foemer
Daniel Gaul
Dirk Klein
Dominik Kratz
Ralf Kratz
Sascha Pritz
Robert Pütz
Mathias Scheuffgen
Stefan Scheuffgen
Karl-Josef Schumacher
Helmu t Strick
Kurt Stüsser



Übung: Menschenrettung unter Atemschutz


Gerätschaften und Fahrzeuge
der Feuerwehr Bürvenich von
vor 1901 bis 2001
Vor 1901 .

Handspritzpumpe


1901 bis 1915


1908 bis 1921
Unterflurhydranten
in Verbindung
mit Schlauchmaterial,
Strahlrohren und Hakenleitern,
transportiert auf einem
landwirtschaftlichen Karren.

1921 bis 1961


Schlauch- und Leiterwagen


1948 bis 1961 Tragkraftspritzenanhänger

1961 bis 1972 ( TLF 8) Tanklöschfahrzeug


1971 bis 1975 (TSA) Tragkraftspritzenanhänger

1975 bis 1984 (TSF) Tragkraftspitzenfahrzeug

Seit 1984 (LF 8) Löschfahrzeug