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Das langgezogene Straßendorf Bürvenich ist auf eine keltisch-römische Siedlung an der ehemaligen römischen Fernstraße Köln – Zülpich-Reims zurückzuführen, deren Verlauf bis heute mit der Stephanusstraße identisch ist. Eine römische Nebenstraße, von Mechernich über Floisdorf nach Embken Richtung Zülpich führend, kreuzte die Hauptstraße und bestimmte den zweiten Bürvenicher Straßenzug, die heutige Mechernicher bzw. Eppenicher Straße, deren Nebenstraßencharakter noch immer in der geringeren Bebauung erkennbar ist.
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.............................Postkarte Bürvenich
Die Besiedlung des Ortes dürfte auch in fränkischer Zeit nicht abgerissen sein; römische und fränkische Funde sind häufig. Aus karolingischem Königsbesitz kamen Güter zu Bürvenich als Schenkung an das karolingische Hauskloster, die Benediktinerabtei in Prüm, die hier im Jahre 893 mit Besitz nachgewiesen ist.
Ein Hof mit zugehöriger Kapelle oder Kirche, Vorgängerin der heutigen Pfarrkirche, samt einigen umgebenden kleinen Höfen und dem Landbesitz ging später an den territorialbildenden Hochadel über, die Grafen Molbach und die Grafen von Jülich, in deren letzterer Hand Grund- und Gerichtsherrschaft über Bürvenich bis 1974 verblieben sind.
Um 1200 gründeten die Grafen von Jülich auf ihrem Allodialbesitz, vielleicht an der Stelle ihres landesherrlichen Hofes, ein Zisterzienserinnenkloster, das bis 1803 bestand. Die erhaltenen Klostergebäude und die große ehemalige Klosterkirche des hl. Stephanus bilden das siedlungsgeographische und architektonische Zentrum des Dorfes.
Der zwischen Kloster und heutigem Schützenplatz vermutete Herrenhof ist spurlos untergegangen; er wird noch in einem Weistum von 1625 genannt.
Bürvenich lag im jülicher Oberamt Nideggen, dessen stellvertretender Amtmann und oberster Richter der Vogt mit Sitz in Bürvenich war. Wohl schon im 13. Jh. Entstand ca. 500 m nordöstlich des Dorfkerns die sogenannte Wildenburg, der spätere Amtssitz des herzoglichen Vogtes. Spätestens seit 1555 war die Wildenburg Haus des vogteilichen Gerichtsbezirkes Bürvenich, zu dem Hoven, Floren, Sievernich, Juntersdorf, Kelz, Soller, Berg, Hergarten, Vlatten und Eppenich gehörten.
Ein Ortsadelsgeschlecht von Bürvenich scheint bis ins 16.Jh. bestanden zu haben, ist aber mit der herzoglichen Burg oder Wildenburg nicht sicher in Verbindung zu bringen und nie über lokale Bedeutung hinausgewachsen. Zwischen der Wildenburg als dem Gebäude der weltlichen Gewalt und dem Kloster als geistlichem Zentrum entstand wohl erst im 16 Jh. Das sogenannte Unterdorf, dessen Höfe allgemein größer und aufwendiger sind als die ursprünglich nur südöstlich der Hauptstraße gelegenen Höfe des Oberdorfes.
Wegen der Zerstörungen des 17.Jh., besonders 1687, stammen die bäuerlichen Wohnhäuser und Hofanlagen beider Ortsteile überwiegend aus dem 17.-19. Jh. Und bestimmen das noch erstaunlich geschlossen erhaltene Ortsbild; nur in den barock ausgebauten Komplexen von Kirche, Kloster, und Wildenburg ist mittelalterliche Bausubstanz erhalten.
1812 erhielt der Ort ein Pendant zur Wildenburg in den herrschaftlichen Haus Piedmont, einem klassizistischen Herrenhaus auf säkularisiertem Klostergrund im Oberdorf. Die Klostergebäude wurden zum Teil als Pfarrhaus und Schule umgenutzt; in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurde die allmählich gewachsene homogene Dorfstruktur durch eine Mälzerei an der Eppenicher Straße und die großbürgerliche Villa Nagelschmidt aufgebrochen.
Zur gleichen Zeit wuchs die Bebauung nur um wenige kleinere und mittlere Hofanlagen und Wohnhäuser an den Enden der von der Hauptstraße abgehenden Nebenstraßen und verdichtete sich an der Hauptstraße. Am nördlichsten Ende der Hauptstraße wurde die Verbindung nach Schwerfen zur Landstraße ausgebaut; hier entstanden seit Anfang des
20. Jh. beidseitig Wohnhäuser. Das 1928 im Park der ehemaligen Villa Nagelschmidt errichtete Kinderheim und die nach dem zweiten Weltkrieg westlich des Dorfes ausgewiesene Neubebauung ließen die alte Dorfstruktur und –erscheinung noch im wesentlichen unbeeinträchtigt; erst durch das Verrohren des Dorfbaches und den breiten Ausbau der Stephanusstraße im Unterdorf ist mittlerweile das Bild erheblich gestört.
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Für das Dorf Bürvenich wird die Ausweisung eines Denkmalbereiches nach § 5 DSchG vorgeschlagen, dem als Einzeldenkmäler die im Folgenden aufgeführten Objekte angehören; der zu schützende Bereich umfasst auch die nicht als Denkmäler ausgewiesene Bebauung ab der Kreuzung Stephanusstraße/Waldstraße bis zu den Häusern Stephanusstraße 135 und 142. Die äußere Begrenzung des Bereiches wird gebildet durch den Verlauf der Ringstraße.
Das Straßendorf Bürvenich wird in seiner Struktur und Erscheinung geprägt durch eine vergleichsweise große Zahl denkmalwerter Einzelobjekte und die weitgehend in gleichem Maßstab gehaltene sonstige Bebauung, die in ihrer Gesamtheit den geschlossenen Dorfcharakter anschaulich ermitteln. Der Straßenraum der Stephanusstraße ist in seiner historischen Proportion trotz neuzeitlichen Ausbaues noch in weiten Teilen erhalten; so ist die für dörfliche Straßenzüge der Region typische Aneinanderreihung der Hofanlagen mit gleicher Fluchtlinie ohne Vorplätze hier fast ungestört (Ausnahmen: Stephanusstraße 133, Kreuzung Stephanusstraße/Eppenicher Straße). Ab der Abzweigung Mechernicher Straße weist die Stephanusstraße im sogenannten Oberdorf über weite Strecken die historische Feldsteinpflasterung der Gossen auf sowie einem breiten, meist (entsprechend der ursprünglichen Form) unbefestigten Streifen an der Nordwestseite, ein mittlerweile selten gewordenes Detail dörflichen Lebensraumes, das wie die Feldsteinpflasterung prägender Bestandteil des Denkmalbereiches ist. Zur Gesamtheit eines organisch gewachsenen und funktionstüchtigen Dorforganismus` gehören auch die hinter den Häusern und Hofanlagen liegenden ehemaligen Hausgärten, deren Freiraum den Bürvenicher Ortskern noch sehr anschaulich fast vollständig umgibt. Diese bis zur nördlichen Ringstraße reichenden Gartenbereiche dienten nicht nur zur unmittelbaren Versorgung der Hauswirtschaft und für Kleinviehhaltung, sondern stellten vor allem durch ihren ehedem dichten Bestand an Obstbäumen einen wichtigen geschlossenen Klimaschutz des Dorfes dar; nur wenige Dörfer haben diesen Gartengürtel in so weitgehender Vollständigkeit bewahrt, wozu die nur geringe Störung durch spätere Bebauung wesentlich beiträgt.
Insgesamt bietet das Dorf Bürvenich mit seiner kaum von unmaßstäblicher Neubauung gestörten historischen Struktur, mit seiner noch durchweg erkennbaren Funktionsbereichstrennung in Wohnhäuser, Wirtschaftsgebäude und Gärten sowie den recht vollständig erhaltenen Zentralbereichen Kirche/Pfarrhaus ehemaliges Kloster/Schule und der am östlichen Dorfende gelegenen Wildenburg als ehemaliger herzoglicher Vogtei einen Gesamteindruck von großer Anschaulichkeit.
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