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Standort 1: Rundblick

Der Standort gewährt einen hervorragenden
Blick vom erhöhten
Eifelnordrand in die Niederrheinische
Bucht – bei
guter Sicht
bis zum Siebengebirge. Diese
weite Ebene
entstand durch
Absenkungen im Grundgebirge.
Hier am
Standort wird das ältere
Gebirge durch
Ablagerungen
des Erdmittelalters (Buntsandstein
und Muschelkalk) überdeckt.
Diese Gesteinsschichten
lassen sich von hier
aus entlang
einer tektonischen Schwächezone,
der
sogenannten "Eifeler
Nordsüd-Zone" verfolgen.

Eifelblick - Panoramablick - Geologischer Wanderpfad / Parkplatz Bürvenich
Standort 2: Das Eifeler Flachmeer
Am Wegrand sind bunt gefärbte, sandige Mergelgesteine und
Tonsteine aus der mittleren
Buntsandsteinzeit aufgeschlossen. Die
Ablagerung dieser Schichten erfolgte vor etwa 225 Mio.
Jahren durch
ein Flachmeer. Zwischen den Ardennen im Westen und dem
Bergischem
Land
im Osten bildete sich die Eifeler Meeresstraße mit
Meeresvorstößen und –rückzügen aus.
Dadurch wechseln heute typisch marine Ablagerungen wie Kalk- und Dolomitsteine mit mehr
festländisch beeinflußten tonigen Ablagerungen. Unter dem ständig
zunehmenden Gewicht
der Ablagerungen wurde der Meeresschlamm
allmählich zu dem über 100 m mächtigen
Gesteinspaket des Muschelkalkes verfestigt.
Standort 3: Steinsalzmarken
Auf den Schichtunterseiten der
sandigen Mergelsteine finden sich
würfelförmige Gebilde, die an Kristalle
erinnern. Es handelt sich hierbei
um Steinsalzmarken, die vor ca. 255 – 215
Mio. Jahren entstanden.
Im mitteleuropäischen Flachmeer war
zeitweise die Verdunstung höher
als
der Zufluß, der Meeresspiegel sank ab
und es kam zu einer Übersalzung.
Randgebiete der Eifel fielen ganz
trocken. Dort wurde ein
Steinsalzschlamm abgelagert. An der Oberfläche wuchsen die
Salzkristalle zu großen Würfeln heran. Als später die Fläche erneut
überschwemmt wurde,
lösten sich die Kristalle. Die entstandenen
Hohlräume füllten sich nun mit dem überlagernden
Feinsand und so entstanden nach der Verfestigung perfekte Nachbildungen der ehemaligen
Salzkristalle.
Standort 4: Fossilien
Das anstehende Gestein an der Böschung aus der mittleren
Muschelkalkzeit (vor ca. 225 Mio. Jahren) fällt durch den Reichtum an
Fossilien auf. Fossilien sind Reste eines Tieres oder einer Pflanze zur
Zeit der Ablagerung.
Der Meeresboden war an dieser Stelle zahlreich durch die Tiergattung
Lingula besiedelt, im Volksmund auch Zungenmuschel genannt. Doch
Lingula ist keine Muschel, sondern gehört zum Tierstamm der
Brachiopoden (Armfüßer). Hierbei handelt es sich um Meerestiere,
deren zweiklappige Gehäuse die Weichteile umschließen. Mit Hilfe der
tentakeltragenden Arme strudeln sie Wasser herbei und filtern Plankton
daraus. Außerdem verfügt Lingula über einen langen, fleischigen Stiel,
mit dem sie sich am Boden festhält.
Standort 5: Seelilien
Nach der mittleren Muschel-kalkzeit folgen die Schichten der oberen
Muschelkalkzeit (vor ca. 210 Mio. Jahren), die hier an der Böschung in
Form von Kalkbänken zu Tage
treten. Sie enthalten neben
Muscheln, Schnecken und Brachiopoden
auch Reste von
Seelilien. Es handelt sich hierbei
um Stielglieder, die durch ihre
Form an Münzen oder Sonnen
erinnern, und deshalb im
Volksmund auch Bonifatiuspfennige,
bzw. Sonnenräder genannt werden. Sie lebten in
der erdgeschichtlichen Vergangenheit
stets in Küstennähe
und bildeten dort Kolonien.
Ihr
Körper besitzt wurzelartige
Anhänge mit denen sie auf dem Meeresboden haften.
Standort 6: Das verworfene Tal
Hier ist ein mächtiges Gesteinspaket aufgeschichtet, dessen oberste
Partie die Böschung als Felsenklippe überragt. Gut zu sehen ist die
geradlinige Abtrennung der Schichten. Hierfür ist eine
Gesteinsverschiebung, auch Verwerfung genannt, verantwortlich, die
sich aufgrund von Erdkrustendehnungen der jüngeren Erdgeschichte
bildete. Die Sprunghöhe der Verwerfung beträgt ca. 15 m. Wie weit
diese Verwerfungen in die Erdkruste hinabreichen, ist unklar. Es ist aber
anzunehmen, dass auch das Grundgebirge in ca. 400 m Tiefe davon
betroffen ist.
Standort 7: Drusen
Die hier aufgeschlossenen Kalksteine der obersten Muschelkalkzeit
(vor ca. 210 Mio. Jahren) enthalten Hohlräume, die stellenweise mit
Kristallen ausgekleidet sind. Derart verzierte Gesteinshohlräume
bezeichnet man als Drusen. Nach dem Absterben der Meerestiere
werden die Weichteile rasch zersetzt und die Schalenhälften allmählich von Sand und Kalk
eingedeckt. Durch
den Druck weiterer
Ablagerungen verfestigte
sich das
Sediment. Später
wurde der Hohlraum
erneut mit
kalkhaltigem Wasser
gefüllt. Dabei
wurden in dem
Hohlraum diese
idealen Kristalle ausbildet.
Standort 8: Die Saurier der Eifel
Beiderseits des Bachlaufes sind Gesteine der obersten Muschelkalkzeit
und der unteren Keuperzeit angeschnitten. Neben wirbellosen
Tieren finden sich hier bereits Reste (Knochen und Zähne) von Fischen,
Lurchen, Fischsauriern und amphibisch lebenden Sauriern. Funde
zusammenhängender Skelette sind sehr selten. Die am Grund liegenden
Tierkörper wurden von Aasfressern zerlegt, die verbliebenen
Knochen über
weite Distanzen
zerstreut
und von Brandungszonen
bis zur Unkenntlichkeit
zerstört.
Standort 9: Das Bürvenicher Bachtal
Vor ca. 60 – 45 Mio. Jahren kam es durch Erdkräfte zu Erdkrustenbewegungen.
Die Folge war die allmähliche Heraushebung des
Rheinischen Schiefergebirges und der Einbruch der Niederrheinischen
Bucht. Besonders in der Jungtertiärzeit (vor ca. 30- 25 Mio. Jahren)
verstärkte sich die Hebung und erlebte inmitten der letzten Eiszeit vor
ca. 500.000 Jahren einen Höhepunkt. Bedingt durch die Relieferhöhung
stieg das Gefälle, so dass sich die Bäche und Flüsse tief in
den Gebirgskörper einschnitten. In diesen Zeitraum fällt auch die
Entstehung des Bürvenicher Bachtales.
Auch heute noch halten die Erdbewegungen im Bereich Eifelnordrand/
Niederrheinische Bucht in abgeschwächter Form an und werden dann
und wann von kleineren Erdbeben begleitet.
Karten und weiterführende Literatur:
GEOLOGISCHES LANDESAMT NW (Hrsg.): Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000 – Blatt 5305 Zülpich. Krefeld.
GEOLOGISCHES LANDESAMT NW (Hrsg.): Geologische Karte der nördlichenEifel 1:100.000. Krefeld.
KNAPP, G. (1980): Erläuterungen zur Geologischen Karte der nördlichen Eifel1:100.000. 3. Auflage. Hrsg.: Geologische Landesamt NW, Krefeld.
LANDESVERMESSUNGSAMT NRW (Hrsg.) (1997): Nordeifel – Hohes Venn.Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn – Eifel (Nordteil). Freizeitkarte1:50.000 Nr. 26 mit Wander- und Radwanderwegen. In Zusammenarbeit mitdem Deutsch-Belgischen Naturpark. Bonn. ISBN 3-89439-496-X
LANDESVERMESSUNGSAMT NRW (Hrsg.) (1999): Kreis Euskirchen.Radwanderkarte 1:50.000. In Zusammenarbeit mit dem Kreis Euskirchen. Bonn.ISBN 3-89439-601-6
MEYER, W. (1994): Geologie der Eifel. 3. Ergänzte Auflage, 617 S.E.Schweizerbart´sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. ISBN 3-510-65161-8
NAUMANN, H. (1995): Wanderführer Deutsch-Belgischer Naturpark HohesVenn – Eifel. Kompass Wanderführer. 4. überarbeitete Auflage, 220 S.Deutscher Wanderverlag, Stuttgart. ISBN 3-8134-0202-9
Der Aussichtspunkt :
Der Aussichtspunkt am Parkplatz des geologischen Wanderpfades liegt am Nordrand der Eifel. Er ist der höchste Punkt der Stadt Zülpich.
Weit reicht der Blick über den Südostzipfel der Niederrheinischen Bucht, die Zülpicher Börde.
In einem noch immer anhaltenden Prozess werden die Gesteinsschichten der Eifel abgetragen, von den Flüssen in die Niederrheinische Bucht transportiert und dort in mächtigen Sedimentschichten abgelagert.
In der letzten Eiszeit trug der Wind den so genannten Löß bis an den Nordrand der Eifel und machte die Zülpicher Börde zu einem sehr fruchtbaren Gebiet, das bis heute stark durch den Ackerbau geprägt ist.
Unter der Bördelandschaft liegen zudem große Braunkohlevorkommen, die für die Stromerzeugung abgebaut werden. Davon zeugen die Dampfwolken der Braunkohlekraftwerke, die von hier aus zu sehen sind.
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Der Parkplatz zum Wandern:
Von Zülpich kommend von der Bürvenicher Kirche über die Stephanusstraße bis zum Abzweig Waldstraße. Hier links abbiegen. Nach etwa 300 Metern erster Abzweig nach rechts den Berg hinauf bis zum Parkplatz Geologischer Wanderpfad.
GPS-Koordinaten (WGS 84): N 50° 38.675' E 006° 35.200'
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